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- - By fngandalf Date 2007-02-17 14:15
Hallo!
Ich finde die Randomize-Funktion in Rybka2.3 sehr interessant. Allerdings muss der Durchschnitts-PC-Besitzer wie ich um einen großen Datenpool zu erstellen mit geringer Suchtiefe arbeiten.
Bei einer Suchtiefe von 7Plys (schon mehr als Vasik im Beischreiben empfohlen hat) braucht Rybka-Random gegen Fritz knapp 3 Stunden für 500 Partien.
Das ist so ziemlich die Schallmauer dessen, was ich an Zeit aufwenden kann.
Wie aussagekräftig ist denn eine Statistik, die man auf Basis dieser Partien erstellt?
Immerhin sind die Partien nicht besonders hochwertig - wirkliche Feinheiten können bei 7 Halbzügen doch gar nicht entdeckt werden, oder sehe ich das falsch?
Hintergrund der Frage - kann man Zugstatistiken aus solchen Datenpools in ernsten Partien als Anayse-Grundlage nutzen (beispielsweise im Fernschach um zwischen mehreren Fortsetzungen zu entscheiden?).
Wenn ja - was ist sinnvoller: Eher weniger Daten. dafür mit höherer Suchttiefe (8-10 Plys) generiert oder mehr als 500 Partein, dafür dann weniger Plys?

Herzlichen Dank
fngandalf
Parent - - By Kapaun (****) Date 2007-02-19 18:09
Genau diese Diskussion findet im englischsprachigen Teil des Forums auch statt. Ich persönlich halte das Feature ehrlich gesagt für eher sinnfrei. Ich habe ein paar Positionen ausprobiert, und das Ergebnis hat in etwa meinen Erwartungen entsprochen. Allerdings fürchte ich, dass durch die mäßige Qualität der Züge eine Stellung auch öfter mal ganz falsch beurteilt wird. Vas meint dazu, man solle besser Positionen nehmen, in denen es nicht bloß einen offenkundig besten Zug gibt, sondern mehrere etwa gleich gute. Trotzdem scheint mir bislang, dass das Feature keinen wirklichen Anwendungsnutzen hat. Ob eine Stellung remislastig ist oder besser für Schwarz bzw. Weiß, kann ich auch noch so erkennen, und mehr sagt mir das Tool halt nicht. 
Parent - - By Felix Kling (Gold) Date 2007-02-19 18:37
Naja, es gibt Stellungen in denen man das nicht direkt sieht...

Die hier z.B.:

rnb1kb1r/ppBppppp/5n2/2pP4/4P3/2q2P2/P2N2PP/R2QKBNR b KQkq - 0 9


Die Frage ob wenige Partien mit höherer Suchtiefe besser sind ist interessant. Ich glaube so etwa ab einer Suchtiefe von 13 spuckt die engine vernünftige Züge aus. Ich würde eher mit Zeit arbeiten (also 5 min. partien), weil die engine dann im endspiel auch höhere tiefen erreicht.
Parent - - By Kapaun (****) Date 2007-02-19 21:17
Was für ein Ergebnis wirft denn der Randomizer für diese Stellung aus? Ich würde aus dem Bauch heraus vermuten: relativ viele Siege für beide Seiten (wahrscheinlich mit einem Übergewicht für Schwarz) und relativ wenige Remis?
Das Problem, wenn du mit eher längeren Zeiten arbeitest, ist halt, dass du dann nicht sehr viele Spiele zusammenbekommst. Das heißt, der Randomizer verwertet nur einen kleinen Teil der in Frage kommenden Züge und kann daher als Randomizer nicht mehr gut funktionieren - andererseits müsstest du aber schon wirklich lange Zeitkontrollen nehmen, um im Ernst verlässliche Züge zu bekommen. Dann landest du aber im Grunde bei einer einzigen Partie, in der du herauszufinden versuchst, wie es tatsächlich weitergehen könnte.

Die Fritz-GUI hat ein paar Analyse-Funktionen (Stellung ausspielen und Stellungsanalyse heißen sie, glaube ich), die an einem ganz ähnlichen Grundkonflikt leiden...
Parent - By Felix Kling (Gold) Date 2007-02-19 22:08
Ich hab nen langsamen Computer (CPU:athlon xp1800+), deswegen würde das randomize zeug mit einer annehmbaren tiefe zu lange dauern.

Die Stellung ist besser für Weiß, aber ist n bißchen kompliziert. Die schwarze Dame irrt umher und Weiß kann dann nen gefährlichen Angriff entwickeln.

Grischuk hat mal dagegen verloren, wurde dann ein paar mal wiederholt mit ganz guten Ergebnissen für Weiß (fast alles gewonnen)

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